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Die Kuh

Dem Inder ist die Kuh heilig. Die meisten Menschen wohnen auf dem Land von Ackerbau und Viehzucht. Die Kuh war und ist dort das wertvollste was der Mensch hat.

Sie gibt Milch als eines der hochwertigsten Nahrungsmittel.
Nach der Muttermilch ist die Kuhmilch die zweite Nahrung die das Kind zu sich nimmt.
Sie gibt Dung für die Felder.
In getrocknetem Zustand ist der Kuhdung Heizmaterial.
Ihr Urin ist ein Desinfektionsmittel.

Die Kühe streunen in Indien wie bei uns die Katzen. Irgendwo haben die meisten ein zu Hause. Und so wie wir unsere Katzen nicht essen so isst der Inder seine Kühe nicht.

Das Füttern einer Kuh ist eine Gute Tat, an vielen Orten kann man Grasbüschel kaufen um Kühe zu füttern.

Die Kuh in den heiligen Schriften
Padma Purana – Die Veden liegen im Maul der Kuh, Vishnu weilt ihren Hörnern, Brahma in ihrem Kopf, Shiva in ihrer Stirn, Lakshmi in ihrem Dung und ihrem Urin.
Varaha Purana – Alle heiligen Orte liegen im Nacken der Kuh. Das Baden in ihrem Urin bringt Glück, es ist gleich dem Bad im Ganges.
Garuda Purana – Wer der Kuh zu fressen gibt bleibt so viele Jahre im Himmel wie diese Kuh Haare hat. Wer eine Kuh tötet wird ein Geist. Wer eine Kuh tötet, tötet seine Mutter.
Die Erde als Kuh
Die Erde nimmt die Form einer Kuh an, wenn sie betrübt ist und zu Brahma oder Vishnu geht um von Ihnen Hilfe zu erbitten, wenn Dämonen oder schlechte Menschen ihr Leid zufügen.
Indras Kuh Kamadhenu
Indra, der König der Götter, besitzt die wunscherfüllende Kuh, Kamadhenu oder Surabhi genannt. Sie entstand, als die Götter und Dämonen den Ozean quirlten um das Gute vom Bösen zu trennen. Alle Kühe sind die Töchter von Kamadhenu. Alle Götter weilen in der Kuh.
Kühe, die beim Quirlen des Ozeans erschienen
Insgesamt fünf Kühe erschienen aus dem Ozean. Kamadhenu nahm Sich Indra.
Die anderen vier bewachen die vier Himmelsrichtungen. Den Osten bewacht Surupa, den Süden Hansika, den Westen Subhadra, den Norden Sarvkamdugdha.
Im Bhavishya Purana nennt Krishna die fünf Kühe Nanda, Subhadra, Surabhi, Sushila und Bahula. Hier wurden sie an die Rishis Vasishtha, Jamadagni, Atri, Bharadvaja und Gotama verteilt.
Goloka
Goloka ist der Aufenthaltsort Krishnas. Krishnas Zusammensein mit Kühen und Kuhhirtinnen erinnert ständig an die Heiligkeit der Kuh (Sanskrit: Go). Auf vielen Bilder die Krishna zeigen steht im Hintergrund eine Kuh.
Kühe als Gabe an die Priester
Die Kuh war für die Vedische Agrarkultur das wichtigste Tier. Die Milch wurde, und wird heute noch, für den Ritus verwendet. Kühe waren das Geschenk an die den Ritus durchführende Priesterschaft. Bei den Sterberiten wird eine Kuh gegeben, damit sie dem Toten hilft den Fluss Vaitarani zu überqueren, der zwischen der Welt der Menschen und der Welt des Todesgottes Yama fließt.

Die folgenden Bilder zeigen ein Verehrungsritual für die Kuh – eine Kuh Puja.

Die Tiere werden geschmückt, gesegnet und gefüttert.

Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass billiges Leder aus Indien kommt. So hat auch in Indien die Heiligkeit da ihre Grenzen wo der Kommerz beginnt.

Gebet an Mutter Kuh

Kamadhenu ist die himmlische wunscherfüllende Kuh. Dieses Gebet sprach Indra an Kamadhenu. Inzwischen ist es ein allgemeines Gebet der Hindus an die Kuh. Auch in den indogermanischen Mythen gilt die Kuh als Lebensspenderin, als Göttin.

Ich grüße die Mutter der Welt, die als Same in allen Kühen lebt.

Ich grüße diese Göttin,

Sie ist die größte Göttin,

Sie ist die wunscherfüllende Kuh.

Ich grüße die Kuh von Radha,

Ich grüße die Essenz des Lotus,

Ich grüße den Liebling von Krishna,

Ich grüße die Mutter aller Kühe.

Ich grüße, sie, die Milchspenderin.

Sie gibt Reichtum und Verstand.

Sie hat die Gestalt des wunscherfüllenden Baumes.

Sie ist die Herrlichste.

Ich grüße sie, die nur Gutes gibt.

die uns beschützt und uns Kühe schenkt.

Ich grüße sie, die uns mit dem Dharma segnet

und uns Ruhm und Sieg gewährt.

Als sie, die das Böse vernichtet,

dieses Gebet des Königs der Götter hörte,

gewährte sie ihm alle Wünsche

und ging in das Reich der Kühe ein.

 

Die Übersetzung dieses Gebetes erfolgte mit freundlicher Genehmigung von
P. R. Ramachander, Bangalore