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Der Schwan

Hamsa, der weiße Schwan gilt als die Verkörperung der Weisheit, deshalb ist er das Reittier der Göttin der Weisheit, Gelehrsamkeit und Sprache, Sarasvati, und ihres Gatten Brahma.

Der Schwan trennt die Essenz vom Unwesentlichen. Er isst nur Perlen, trinkt nur Milch, die er vom darin enthaltenen Wasser zu trennen fähig ist.

Paramahamsa ist ein Titel, eine Auszeichnung für hochentwickelte Seelen, die diese Unterscheidungskraft erlangt haben.

Der Schwan ist in drei Elementen zu Hause, auf der Erde, im Wasser und in der Luft.

Hamsa und umgekehrt Soham sind eine Frage und eine Antwort.

Hamsa ist die Frage ‚Wer bin ich?‘.

Soham ist die Antwort ‚Ich bin Das‘. Dem ‚Tat tvam asi‘ des Vedantas gleich. Ich, die verkörperte Seele, und Das, die kosmische Seele, sind eins.

Hamsa verkörpert weiterhin den Atem, besser gesagt den Odem, durch zwei Mantren. Ham ist Ausatmen, Sa ist Einatmen. So ist Einatmen, Ham ist Ausatmen.

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Zum Schluss eine kleine Anekdote: In Hamm steht der älteste und größte Hindutempel Deutschlands, er steht in der Tradition tamilischer Sri Lankis, die in den 1980er Jahren als Flüchtlinge zu uns kamen. Ein Priester war im Zug unterwegs, der in Hamm hielt. Der Ortsname erinnerte ihn an Hamsa und Soham. Dies musste somit ein ganz besonderer Ort sein. Er stieg aus, ließ sich dort nieder und gründete den Tempel.