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Das Feuer

Wichtig bei jedem Zeremoniell, auch heute noch, ist das Feuer, Agni. Das grobstoffliche Feuer, das transformierende Prinzip wird mit Agni personifiziert und vergöttlicht. Aufgrund der Göttlichkeit des Feuers sieht man in Indien davon ab, Flammen auszublasen.

Agni ist der höchste Priester, beim Opfer der Bote zwischen Göttern und Menschen. Er lädt die Götter zum Opfer ein und bringt das Opfer zu den Göttern.

Geboren wird er durch zwei Hölzchen, Arani.

Verheiratet mit Svaha. Ihr zu Ehren werden Gaben ins Opferfeuer mit dem Ausruf ‚Svaha‘ beendet.

In früheren Zeiten, als es noch keine Tempel gab, die Menschen als Nomaden herumzogen, wurde an unterschiedlichen Plätzen der Altar für das Opfer aufgebaut. Woher sollten die Götter wissen wo das Opfer für Sie stattfindet? Agni teilte es Ihnen mit.

Er wird auch ‚Gott des Hauses‘ genannt, ohne Feuer konnten die Menschen ihre Nahrung nicht kochen. Keine Gottheit war den Menschen so nah wie Agni.

Man kennt drei Feuer: Opferfeuer, Herdfeuer, Leichenfeuer.
Agni manifestiert sich: auf der Erde als Feuer, im Äther als Blitz, im Himmel als Sonne.
Ayurveda nennt den Stoffwechsel ‚Verdauungsfeuer‘.

Doch neben alle dem ist Agni der Lebensfunke in jedem Lebewesen. Der feinstoffliche Agni ist Tejas, der innere Glanz, die Ausstrahlung eines Menschen.

Feuer reduziert alles auf seine letztendliche Substanz.
Alle Gottheiten waren zum Essen versammelt. Kaum war aufgetragen machte sich Agni schon gierig darüber her. Brahma fand das ungehörig und bestrafte Agni: ‚Du sollst zum Allesfresser werden.‘ Agni entschuldigte sich und bat um Nachsicht, Brahma solle doch bitte diese Strafe rückgängig machen. Doch dazu war Brahma nicht bereit. Er gewährte Agni aber zum Ausgleich eine Gabe: ‚Alles was du gegessen hast soll danach rein sein.‘