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Kena Upanishade

Das ist Brahman

Das, was das Auge nicht sehen kann, aber Das, was durch das Auge wahrnimmt, wisse, Das ist Brahman – und nicht jene Gottheit, der die Menge sich nähert, um sie zu verehren.

Das, was das Ohr nicht hören kann, aber Das, was durch das Ohr wahrnimmt, wisse, Das ist Brahman – und nicht jene Gottheit, der die Menge sich nähert, um sie zu verehren.

Das, was das Sehen nicht beseelen kann, aber Das, was durch das Beseelende aller Lebensfunktionen ist, wisse, Das ist Brahman – und nicht jene Gottheit, der die Menge sich nähert, um sie zu verehren.

 

Kena Upanishade, 1. Khanda Verse 6 – 8. Aus: ‘Vivekacudamani‘ von Raphael, Seite 86.
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages J. Kamphausen
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Das Brahman und die Götter

Es geschah, dass das Brahman für die Götter den Sieg über die Dämonen erfocht. Die Götter aber brüsteten sich ob dieses Sieges des Brahman; denn sie dachten: ‚Unser ist dieser Sieg, unser ist dieser Ruhm.‘

Als das Brahman bemerkte, dass sie das taten, machte Es sich ihnen offenbar; sie aber erkannten Es nicht und sprachen: ‚Was ist das für ein Wunder?‘

Und sie sprachen zu Agni: ‚Erforsche doch, oh Wesenskenner, was das für ein Wunder ist!‘ – ‚So sei es!‘ sprach er.

Und er stürzte auf dasselbe los. Da redete das Brahman ihn an und sprach: ‚Wer bist du?‘ – ‚Ich bin Agni‘, sprach er, ‚ich bin der Kenner der Wesen.‘

‚Wenn du der bist, welches ist deine Kunst?‘ – ‚Ich vermag, dieses alles zu verbrennen, was hier auf Erden ist.‘

Da legte ihm das Brahman einen Strohhalm vor und sprach: ‚So verbrenne dieses!‘ – Er stürmte darauf los mit allem Ungestüme, aber er vermochte nicht, ihn zu verbrennen. Da kehrte er zurück und sprach: ‚Ich habe es nicht zu erforschen vermocht, was das für ein Wunder ist.‘

Da sprachen sie zu Vayu: ‚Erforsche doch, oh Vayu, was das für ein Wunder ist!‘ – So sei es!‘ sprach er.

Und er stürzte auf dasselbe los. Da redete das Brahman ihn an und sprach: ‚Wer bist du?‘ – ‚Ich bin Vayu‘, sprach er, ‚ich bin der im Luftraum Schwellende.‘

‚Wenn du der bist, welches ist deine Kunst?‘ – ‚Ich vermag, dieses alles fortzureißen was hier auf Erden ist.‘

Da legte ihm das Brahman einen Strohhalm vor und sprach: ‚So reiße dieses fort!‘ Er stürmte darauf los mit allem Ungestüm, aber er vermochte nicht, es fortzureißen. Da kehrte er zurück und sprach: ‚Ich habe es nicht zu erforschen vermocht, was das für ein Wunder ist.

Da sprachen sie zu Indra: ‚Erforsche doch, oh Mächtiger, was das für ein Wunder ist!‘ – ‚So sei es!‘ sprach er. Und er stürzte auf Dasselbe los. Da verbarg Es sich vor ihm.

Er aber begegnete an demselben Ort einem Weib, die war sehr schön, der Uma, Tochter des Himavant. Zu der sprach er: ‚Was ist das für ein Wunder?‘

‚Das ist das Brahman‘, sprach sie, ‚das Brahman, welches jenen Sieg erfocht, ob des ihr euch brüstet!‘ – Da erst erkannte er, dass Es das Brahman war.

Aus: Upanishaden, Geheimlehre des Veda – Auszug aus der Kena Upanishade,
3. Khanda, 4. Khanda Vers 26. Mit freundlicher Genemigung durch den Marix Verlag.