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Asparsa Yoga

Sparsa bedeutet Kontakt, Berührung, Beziehung
Asparsa bedeutet ohne Kontakt, ohne Berührung, ohne Beziehung

Der Asparsa Yoga findet sich erstmals bei Gaudapada, dem Lehrer von Shankaracharyas.

Der Asparsa Yoga ist ein rein metaphysischer Yoga, er hat dieselbe Natur wie das Absolute (Brahman).

So wie es nur ein Absolutes gibt, das sich in verschiedenen Manifestationen ausdrückt, so gibt es nur einen Yoga der sich auf verschiedene Weise ausdrückt.

Vom Hatha Yoga über den Bhakti Yoga, Raja Yoga, Laya Yoga bis zum Asparsa Yoga haben wir ein Crescendo der Bewusstseinszustände und Ziele, die den Bedürfnissen der verschiedenen Aspiranten auf geeignete Weise entsprechen.

So sucht der Bhakta die Vereinigung mit seinem universalen Geliebten, und der Raja Yogi versucht, sich in den Zustand von Purusha, den polaren Aspekt von Prakriti wiedereinzugliedern.

Wenn vom Asparsa Yoga die Rede ist, muss der Begriff Yoga im Sinn von Sadhana verstanden werden, also von Askese, Werkzeug oder Mittel der Auflösung. Denn er ist kein Yoga, der verbindet, sondern ein Yoga, der die Voraussetzung zur Verwirklichung der Identität mit dem schafft, was bereits ist. Der Asparsa Yoga repräsentiert den Gipfel aller Yoga-Arten, die sich auf den Dualismus und auf den Monotheismus stützen. Da er ein metaphysischer Yoga ist benutzt er als Arbeitswerkzeug keine psychophysischen, sondern intuitive Elemente. Man kann sagen, dass er ein Yoga ist, dessen Ausgangspunkt in der sattvischen Buddhi liegt.

Nur der Intellekt, der sich jenseits von Raum-Zeit stellt, weiß in die Essenz des Asparsa einzudringen; gemeint ist der Intellekt als höhere Fähigkeit des Wesens. Nicht gemeint ist hier der empirisch-theoretische Philosoph.

Der Asparsa Yoga stellt sich dem Dualismus und dem Monotheismus nicht entgegen, sondern betrachtet beide als zwei Punkte auf der Kreislinie der Erkenntnis.

Der Asparsayoga ist der Yoga, der sich in die Dimension der Prinzipien stellt.

Zur metaphysischen Erkenntnis gelangt man weder durch Werke, Fideismus oder das Denken, sondern durch das Gewahrwerden, dass der Erkennende, die Erkenntnis und das Erkannte eins sind.

Alle Bezugsdaten, auf die sich die Individualität stützt, sind verschwunden.

Aus: ‚Gaudapada Mandukyakarika‘ – Jenseits von Sivas Tanz
Mit einem Kommentar von Raphael. Auszug aus den Seiten 103 – 106. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages J. Kamphausen.