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Maya

Maya ist die Illusion der Erscheinungswelt.

Die Katha Upanishade lehrt:

Nach außen ließ der Schöpfer die Sinne sich wenden. Deshalb schaut der Mensch nach außen und nicht nach innen. Nur wenige schließen, auf der Suche nach Unsterblichkeit, die Augen und erkennen das unsterbliche Selbst in sich.

Wir orientieren uns nur nach außen – Farben, Klänge, Gerüche, Berührungen ziehen uns in ihren Bann. Auch die Außenwelt hat der Schöpfer geschaffen, sie ist schön. Doch warum vergessen wir die Innenwelt komplett?

Die Upanishaden bezeichnen die Außenwelt als Maya – Illusion. Maya ist nicht das Außen an sich, sondern die Gefangenschaft darin. Wir sind gefangen in den Sinnesreizen der Außenwelt.

Unser ständiges Verlangen nach ‚noch mehr‘ bindet uns in den Kreislauf von Geburt und Tod, den es in allen asiatischen Traditionen zu überwinden gilt um ewige Glückseligkeit zu erfahren.

Es ist als wenn die Biene sich in der Blüte fangen lässt. So süß ist der Nektar, doch die Welt der Biene ist nicht die begrenzte Blüte, sondern die unbegrenzte Weite.

Wir gehören nicht in die begrenzte Welt der Sinnesobjekte, sondern wir gehören dem unbegrenzten Universum.

Die verkörperte Seele, Atman, ist identisch mit der universellen Seele, Brahman.

Wenn wir uns mit der begrenzten Welt, wie sie durch die Sinne zu erfahren ist, zufriedengeben, dann ist das Maya.

Wir sind in der Blüte gefangen und haben unsere Bestimmung vergessen.

Um unsere wahre Natur zu erfahren müssen wir uns nach innen wenden. Unser Bewusstsein muss nach innen fließen, nicht nach außen.

Das nach innen gerichtete Bewusstsein ist der Fluss hin zu unserem wahren Selbst, unserer unsterblichen Seele, die sich nach ihrem Ursprung sehnt.

Allein dieser Ursprung, Brahman, ist wirklich, weil unvergänglich. Alles um uns herum ist unwirklich, weil vergänglich – Maya – Illusion.