Skip to content

Die Kumbha Mela

Die Kumbha Mela findet alle drei Jahre in vier verschiedenen Städten statt. In Haridwar am Ganges, in Nasik am Godavari, in Ujjain am Kshipra und in Allahabad am Zusammenfluss dreier Flüsse (Sangam), nämlich Ganges, Yamuna und dem mystischen Fluss Sarasvati.

Der Zeitpunkt der Kumbha Mela wird nach der Position von Jupiter und Sonne festgelegt.

Wenn die Sonne in Widder und Jupiter in Wassermann eintritt findet sie in Haridwar statt.
Wenn die Sonne in Steinbock und Jupiter in Stier eintritt findet sie in Ujjain statt.
Wenn Sonne und Jupiter in Löwe eintreten findet sie in Nasik statt.
Wenn Sonne und Jupiter in Skorpion eintreten findet sie in Allahabad statt.

Wie alles in Indien so orientiert sich auch die Kumbha Mela an Mythen. Hier geht es um die Quirlung des Milchozeans, bei dem der Unsterblichkeitstrank (Amrita) gewonnen werden sollte. Sowohl die Götter als auch die Dämonen waren an der Quirlung beteiligt und kämpften am Ende darum wer das Amrita behalten durfte. Enthalten war es in einem Gefäß, einer Kumbha. Bei diesem zwölf Jahre dauernden Kampf schwappte die Kumbha vier Mal über, und das Amrita tropfte auf die oben genannten vier Städte. Am Ende gewannen natürlich die Götter. Diesem Ereignis zu Ehren findet die Kumbha Mela statt. Den Mythos dazu finden Sie auf meiner Mythen Seite unter ‚Götter und Dämonen > Die Quirlung des Milchozeans‘.

Bei der Mela trifft Indien sich selbst. Kulturelle und Religiöse Gruppen, Ashrams, Gurus, Sadhus (Asketen), Swamis (Mönche) geben sich ein Stelldichein. Eine Kumbha Mela zu besuchen ist für den Inder ein wichtiges Ziel im Leben.

Es gibt fünf verschiedene Kumbha Melas

Die jährliche Kumbha Mela, zu der die Menschen an die vier genannten Flüsse pilgern.
Die Kumbha Mela, die alle drei Jahre in den vier genannten Städten stattfindet.
Die Halbe Kumbha Mela findet alle sechs Jahre nur in Haridwar und Allahabad statt.
Die Volle Kumbha Mela findet alle 12 Jahre in den vier genannten Städten statt.
Die Große Kumbha Mela findet statt, wenn 12 Volle Kumbha Melas begangen wurden, also alle 144 Jahre. Die letzte Große Kumbha Mela fand 2001 in Allahabad statt.

Es ist voll und laut, gewiss – besonders an den wichtigen Badetagen. Doch zwischen den Badetagen kann man durchaus Stille finden.

Die einzelnen Organisationen haben große, festlich geschmückte Zelte aufgebaut, in denen Vorträge und rituelle Handlungen stattfinden. In vielen Zelten werden die Sadhus und Swamis gespeist.

Friedlich ist es auch im Bereich der Sadhus, die sich bestimmter Askese unterziehen. Einer hat das Gelübde abgelegt nur noch zu stehen, ein anderer steht nur noch auf einem Bein, wieder ein anderer hat sich vorgenommen einen Arm nur noch nach oben zu halten, auf einem Nagelbrett zu schlafen oder sich in die Erde einzugraben … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Inder wohnen in großen Zeltstädten, für Touristen richten manche Ashrams kleine Camps ein oder man bucht über einen Reiseveranstalter ein Luxuscamp außerhalb der Stadt. Allerdings ist der Anteil an Touristen sehr gering.

An den Badetagen finden große Prozessionen statt die zu den Badeplätzen führen, dort nehmen die Menschen ihr Bad und ziehen dann wieder zum Ausgangspunkt zurück.