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Halahala

Als die Götter und die Dämonen den Milchozean quirlten (den Mythos dazu finden Sie auf meiner Mythenseite unter ‚Götter und Dämonen > Götter und Dämonen > Die Quirlung des Milchozeans‘) erschien als erstes das Gift Halahala. Eine zähflüssige blaue Masse kam ihnen entgegen. Sie gerieten in Panik.

Vishnu, der als Schildkröte den als Quirlstab dienenden Berg Mandara auf Seinem Rücken trug, konnte ihnen nicht helfen. Also was tun?

Indra erkannte den Fehler, sie hatten vergessen, vor Beginn der Quirlung um den Segen Shivas zu bitten.

Alle eilten, von den Wellen und Dämpfen des Giftes verfolgt, zum Berg Kailash, dem Wohnsitz Shivas.

Nandi, das Reittier Shivas, stellte sich ihnen in den Weg und sprach: ‘Als ihr begonnen habt, habt ihr nicht an Shiva gedacht, nun, da ihr ein Problem habt kommt ihr angerannt. Haut ab, bevor ich euch auf meine Hörner spieße!’

In Panik rannten sie hinter den Kailash, doch das Gift verfolgte sie. Bald waren sie wieder am Anfang, wo Nandi stand. Sie rannten ein zweites Mal um den Berg. Ihre Kräfte gingen zu Ende.

Endlich hatte Shiva Mitleid und erschien ihnen, strahlend wie Millionen Sonnen.

Er bat Nandi, Ihm das Halahala zu bringen. Nandi sammelte es und brachte es Shiva, der es schluckte.

Doch Shiva war der Herr des Universums, mit dem Gift würde er alle Wesen, alle Vegetation vernichten.

Parvati sah die Gefahr, rannte vom Kailash herunter und hielt Shiva den Hals zu, damit Er es nicht schlucke. Shivas Hals wurde blau. Er sprach zu Parvati: ‘Hab’ keine Angst. Ich musste das für das Wohl der Götter tun.’

Shiva legte Sich nieder und die Götter standen sorgenvoll um Ihn herum. Das Universum versank in Stille.

Nach eineinhalb Tagen erhob sich Shiva. Alle Götter waren erlöst, verneigten sich vor Ihm, Ihn preisend: ‘Hara Hara Mahadeva!’ – ‘Ehre sei dem Großen Gott’.