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Ganesha

Ganesha, der erste Sohn von Shiva und Parvati, hatte eine Schwäche für Süßes. Einst brachte Ihm ein Anhänger viele Süßigkeiten dar. Ganesha konnte Sich nicht beherrschen, Er blieb den ganzen Tag und aß fast alles auf. Die Reste stopfte Er sich in Seine Taschen.

Erst am späten Abend ging er nach Hause. Er hatte zu viel gegessen, sein Bauch spannte. Er stolperte und fiel. Die Süßigkeiten fielen auf die Straße. Schnell stand Er wieder auf, klopfte den Staub von den Kleidern, sammelte die Süßigkeiten ein und steckte sie wieder in die Taschen. Er schaute Sich um – hoffentlich hatte das keiner gesehen, nein keiner weit und breit. Nur der Mond, Chandra, er hat alles beobachtet und lachte aus vollem Halse.

Ganesha befremdete das Verhalten Chandras. Anstatt dass er Ihm half lachte er nur.

Ganesha sprach verärgert: ‚Chandra! Du hast Mich ausgelacht. Ich verfluche dich, ab sofort wirst du vom Himmel verschwinden und dein Gesicht nie mehr zeigen.

Ganesha hatte Chandra eiskalt erwischt. Er bat Ganesha, ihm zu vergeben: ‚Ich war zu stolz, es tut mir leid. Bitte nimm den Fluch zurück.‘

Ganesha erkannte, dass Chandra es ehrlich meinte. Ganesha ist stets schnell im Vergeben. Doch konnte Er den Fluch nicht zurücknehmen.

Er sprach: ‚Chandra, Ich kann Meine Worte nicht zurücknehmen. Doch kann Ich den Fluch vermindern. Du wirst langsam dein Erscheinen verringern und es wird nur ein Tag sein, an dem du vollkommen unsichtbar sein wirst. Danach wird dein Erscheinen wieder zunehmen und am 15. Tag wirst du in vollem Glanz erstrahlen.‘

Chandra bedankte sich. Ganesha schien über etwas nachzudenken. Ängstlich schaute Chandra auf Ihn, in Sorge, eine weitere Forderung würde an ihn gestellt, er fragte: ‚Ist noch etwas?‘. Ganesha antwortete, nein, da ist nichts mehr. Aber, du hast mich am Chaturthi* ausgelacht. Wer immer an diesem Tag dich anschaut wird große Probleme bekommen. Von dem Tag an begann der Zyklus des zu- und abnehmenden Mondes.

* * *

Zu dieser Geschichte gibt es eine Verbindung zu Krishna.

Krishna kam einst in Verdacht, ein Juwel gestohlen zu haben. Den Mythos finden Sie auf meiner Krishna Seite unter ‘Mythen > Das Syamantaka Juwel’.

Als Krishna den Verdacht, ein Dieb zu sein, endlich aus der Welt geschafft hatte fragte Er den Weisen Narada, wie Er in solch eine schlimme Situation geraten konnte.

Narada lächelte und erklärte Ihm, dass Er einst, an Ganesha Chaturthi, beim Melken war und der Mond sich in dem Milchgefäß spiegelte. Er sah also an Ganesha Chaturthi den Mond und bekam deshalb diese Schwierigkeiten.

 

*Chaturthi ist der vierte Tag der zweiwöchigen Phase des zunehmenden Mondes.

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von S. A. Krishnan