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Die Schriften

Die Sanskrit Literatur ist in sechs Hauptgruppen eingeteilt.
Shruti, Smriti, Itihasa, Purana, Agama und Darshana.

Die vier Veden
Rigveda – Hymnen der Anrufung
Samaveda – Liturgische Gesänge
Yajurveda – Opfersprüche
Atharvaveda – Zaubersprüche

Die vier Upavedas (Unterveden) – das praktische Wissen
Dhanur Veda – das Wissen um die Kriegskunst ist eingebunden in den Rig Veda
Sthapatya Veda – das Wissen um die Baukunst ist eingebunden in den Yajur Veda
Gandharva Veda – das Wissen um Musik und Tanz ist eingebunden in den Sama Veda
Ayur Veda – das Wissen um das Leben ist eingebunden in den Atharva Veda

Die Veden sind Shruti, Gehörtes. Sie wurden den Rishis geoffenbart, sie sind nicht von Menschen verfasst. Es sind Bücher des ewigen Wissens, von keinem Gott oder einem Gesandten Gottes verfasst. Der Rishi war das Medium das die Göttliche Weisheit empfing und sie an die Menschheit weitergab.

Jeder Veda besteht wieder aus vier Teilen. Samhitas, Brahmanas, Aranyakas, Upanishaden.

Die vier Teile sind auf die vier Lebensstadien ausgerichtet: Brahmacharya – Lernen, Grihasta – Erfüllen der Gesellschaftlichen Pflichten, Vanaprasta – Spirituelle Entwicklung, Sanyasa – Streben nach Erlösung. (Näheres zu den Lebensstadien finden Sie unter ‚Indien‘).

Die Samhitas sind Mantren und Hymnen an die Götter, um materielle Wünsche im Diesseits und Freuden im Jenseits zu erlangen. Sie betreffen den Brahmacharya.

Die Brahmanas befassen sich mit den Riten, wie die Opfer auszuführen sind. Sie betreffen den Grihasta.

Die Aranyakas sind mystische und philosophische Texte. Sie betreffen den Vanaprastha, der sich auf Loslösung aus der materiellen Welt vorbereitet.

Die Upanishaden verkünden das höchste Wissen und die tiefste Wahrheit über die Einheit der individuellen und höchsten Seele, Atman und Brahman. Sie sind für den Sanyasa, der nach letztendlicher Wahrheit und dem Ausstieg aus dem Kreislauf von Geburt und Tod sucht.

Upanishaden
Die Upanishaden sind das Ende der Veden, sie verkörpern den Vedanta. Sie sind auf alle vier Veden verteilt. Alle Philosophie Systeme bauen auf den Upanishaden auf. Es soll 108 Upanishaden geben, als die wichtigsten werden die folgenden angesehen: Ishavasya, Kena, Katha, Prashna, Mundaka, Mandukya, Taittiriya, Aitareya, Chandogya. Brihandaranyaka.

Smriti – Erinnerungen, Tradition
Die Smriti sind ‚Gesetzbücher‘, sie befassen sich mit den Grundlagen des Lebens eines Hindus. Rechte, Pflichten, Tugenden des Einzelnen, der Familie, der Kaste, der Gesellschaft  und der Regierung. Sie stehen unter der Shruti, wenn die Smriti der Shruti widerspricht gilt die Shruti. Die Shruti hat die absolute Autorität.

Gesetzgeber waren Manu, Yajnavalkya und Parasara. Ihre Werke sind die Manu Smriti, Yajnavalkya Smriti und Parasara Smriti. Manu, der Stammvater der Menschheit war der erste Gesetzgeber. Die Manu Smriti ist noch heute in Indien die Richtschnur für das Leben.

Es gibt 18 Smritis, Manu, Yajnavalkya, Parasara, Vishnu, Daksha, Samvarta, Vyasa, Harita, Satatapa, Vasishtha, Yama, Apastamba, Gautama, Devala, Sankha-Likhita, Usana, Atri und Saunaka.

Itihasas
Das Ramayana, das Yogavasishtha, das Mahabharata und der Harivamsha sind die vier Bücher der Itihasas. Die Weisheit der Veden leicht verständlich dargestellt in Geschichten, Dialogen und historischen Begebenheiten. Sie erscheinen auch als Comics und können somit schon von Kindern gelesen werden. Mahabharata und Ramayana finden Sie auf meiner Mythenseite.

Puranas
Die Puranas sind den Itihasas ähnlich. Es sind Mythen, Legenden, Geschichten von Königen, Heiligen, Göttern und Dämonen. Die Weisheit der Veden in ihrer einfachsten Form. Überall werden sie erzählt, die Oma erzählt sie dem Enkel, der Priester der Gemeinde. Die Puranas finden Sie ebenfalls auf meiner Mythenseite.

Agamas
Die Agamas sind theologische Erörterungen und Anweisungen für die Verehrungsrituale im Tempel. Sie befassen sich weiterhin mit Kosmologie, Ontologie, Meditation, Mystik, Zauberei, Tempelbau, religiösen Festen und dem Erstellen von Götterstatuen.

Die Agamas sind aufgeteilt in Agamas für Vishnu Anhänger, Shiva Anhänger und Verehrer der Göttin, sie glorifizieren jeweils den Gott über den der Agama schreibt als den Höchsten.

Darshanas
Die sechs Philosophiesysteme sind für den spirituell Interessierten geschrieben, sie sprechen den Intellekt an.

Jeder der Kodifikatoren der sechs Darshanas, was lediglich ‚Ansichten‘ bedeutet, hat die Wahrheit der Veden für sich ausgelegt und ein philosophisch/metaphysisches Traktat verfasst. Lesen Sie dazu unter ‚Metaphysik‘.