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Brihadaranyaka U.

In der Brihadaranyaka Upanishade, V.2, Verse 1 – 3, fragten Götter, Menschen und Dämonen ihren Schöpfer, Prajapati, um Rat. (Prajapati, der Herr der Geschöpfe, ist der vedische ‚Vorgänger‘ von Brahma.) Ananth Iyer hat den im Original sehr kryptischen Text in eine tiefsinnige Geschichte verwandelt.

Dem Sturm trotzend, tropfnass, geblendet von Blitzen, durch die Wasser des kosmischen Ozeans watend, standen sie vor dem Tor ihres Schöpfers. Sie hörten den Donner, er schien nur eine Silbe zu wiederholen.

Unsterbliche waren sie, Zeit hatte für keine Bedeutung. Sie lebten in Luxus und Überfluss, unterbrochen lediglich hin und wieder durch Kämpfe mit den Dämonen, die sie stets gewannen, denn alles verlief zu ihren Gunsten. Dennoch waren sie nicht zufrieden.

Fettleibig und träge standen sie vor dem auf dem Lotus thronenden Vierköpfigen und sprachen: ‚Prajapati, du hast uns alles gelehrt, wir wissen alles, nur nichts über Frieden. Lehre uns das Geheimnis des Friedens.‘

Prajapati sprach: ‚Da.‘

Dama – Einschränkung, Zügelung. Wo Maßlosigkeit herrscht ist Einschränkung nötig, um dem Glück die Tür zu öffnen.

Die höchsten Berge hatten sie überwunden als sie endlich vor dem Tor ihres Schöpfers standen. Sie hörten den Donner eine einzige Silbe wiederholen.

Sterbliche waren sie, stets in Kämpfe verstrickt, schreckten auch vor Kriminalität nicht zurück, um Erde und Natur zu beherrschen. Dennoch waren sie nicht zufrieden.

Erschöpft und elend standen sie vor dem auf dem Lotus thronenden Vierköpfigen und sprachen: ‚Prajapati, du hast uns alles gelehrt, wir wissen alles, nur nichts über Frieden. Lehre uns das Geheimnis des Friedens.‘

Prajapati sprach: ‚Da.‘

Datta – Geben, Teilen. Wo Ressourcen beschränkt sind muss man geben und teilen, um dem Glück die Tür zu öffnen.

Dichte Wälder und karge Wüsten hatten sie überwunden, die Dämonen. Der Regen ließ sie unberührt, die Silbe, die der Donner wiederholte, hörten sie nicht.

Zahllose Schlachten hatten sie gefochten mit allen Wesen und ergötzten sich an deren Leid. Sie allein wollten die Welten regieren. Keinem außer ihnen gestanden sie Verehrung zu. Dennoch waren sie nicht zufrieden.

Dumpf und hohl standen sie vor dem auf dem Lotus thronenden Vierköpfigen und sprachen: ‚Prajapati, du hast uns alles gelehrt, wir wissen alles, nur nichts über Frieden. Lehre uns das Geheimnis des Friedens.‘

Prajapati sprach: ‚Da.‘

Daya – Mitgefühl, Güte. Wo Stärke ist muss Güte walten, um dem Glück die Tür zu öffnen.

Da, Da, Da ist die Nachricht, die der Donner verbreitet – Dama, Datta, Daya – in Erinnerung an Prajapatis Anweisung an seine drei Kinder.

 

‚Da‘ ist die Grundsilbe der drei Worte.

 

Aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung von Ananth Iyer.